US rifle, .30 cal, M1 Garand

M1 Garand – Slamfire – Frühzündung im Verschlussvorlauf

M1 Garand Frühzündung: Mögliche Ursachen und Lösungen

Ein “Slam-Fire” ist das Abfeuern einer Patrone, das durch das Schliessen des Verschlusses beim Einführen der Patrone in das Patronenlager ausgelöst wird. Einige vollautomatische Militärwaffen sind so konstruiert, dass sie nach dem “Slam-Fire”-Prinzip funktionieren, aber wenn Slam-Fires unbeabsichtigt auftreten, sind sie beunruhigend und potenziell gefährlich.

Das stimmt. Man stelle sich vor, man möchte seinen alten Garand zum Schiessstand ausführen, bereitet das Gewehr allen Regeln der Kunst entsprechend vor, füllt seine Clips und will die Waffe laden. Dabei konzentriert man sich tunlichst darauf nicht den Daumen im Verschluss einzuklemmen und dann: “BLAAMMM!!” Die Waffe hat geschossen, obwohl gesichert und der Finger weit weg vom Abzug. Das wäre dann die Frühzündung im Verschlussvorlauf – sogenanntes “Slamfire” gewesen.

Slamfire in halbautomatischen Waffen kommt selten vor, doch es kommt vor. Grundsätzlich kann es als Fehlfunktion bei allen Waffen mit Defekten an Zündstift und Zündstiftkanal vorkommen. Verschlüsse mit schwimmenden Zündstift, wie der M1 Garand, M14/M1A, Rugers Mini-14, sämtliche AR-Systeme, SKS und AK-Derivate. Wir beschreiben nachfolgend Slamfire am Beispiel des M1 Garand, andere Systeme können sinngemäss abgeleitet werden.

Ursachen für Slamfire

Blockierter Zündstift

Rost oder Ablagerungen können den Schlagbolzen in der vorderen Position blockieren. Wie bei einer Maschinenpistole mit feststehendem Zündstift wird die Patrone sofort gezündet. Dies ist die häufigste Ursache bei schlecht gewarteten Gewehren und Pistolen und kann bei jedem Verschlusssystem mit schwimmenden Zündstift vorkommen.

Sensible Zündhütchen

Der M1-Verschluss hat einen schwimmenden Zündstift, der sich in seiner Längsachse frei bewegen kann. Wenn der Verschluss eine neue Patrone aufnimmt, bewegt sich der Zündstift durch seine Massenträgheit nach vorne und macht eine leichte Delle im Zündhütchen. Ein empfindliches Zündhütchen kann feuern.

Ein grosses Pistolenzündhütchen, das versehentlich beim Wiederladen verwendet wurde oder ein Gewehrzündhütchen, das nicht bündig sitzt, kann die gleiche Situation hervorrufen.

Patronenlager auf Mindestmass, Verschlussabstand auf Mindestmass oder unkorrekte Hülsendimensionen

Dieser Zustand ist besonders wahrscheinlich bei Matchgewehren mit nichtmilitärischen Läufen. Wenn das Patronenlager verschmutzt ist, verkeilen sich die Hülsen darin. Die Vorwärtsbewegung des Verschlusses wird durch den Boden der Patrone und nicht durch den Aufnahmering und den Laufschaft gestoppt. Der schwimmende Zündstift kann dann das Zündhütchen mit grösserer Kraft als geplant treffen und zünden.

Abhilfe gegen Slamfire

Halte Dein Gewehr sauber!

Um blockierten Zündstiften vorzubeugen ist es absolut nötig, ab und an auch die Zündstifte auszubauen und zu inspizieren. Verschlissene Zündstift sind zu ersetzen. Kontrolliere ebenfalls die Funktion der – falls vorhanden – Zündstiftfeder, die den Zündstift in der Vorwärtsbewegung des Verschlusses in der hinteren Stellung hält. Gewisse Verschlusssysteme lösen diese Aufgabe nicht mit Federn, sondern Elastomerblöcken. Diese Quellen mit den Jahren im Öl und Fett auf und blockieren ebenfalls den Zündstift.

Verwende Munition, passend zum Gewehr!

  1. Richtiges Kaliber, richtige Hülse
  2. Keine äusserlichen Korrosionsspuren
  3. Geschossgewicht passend zur ursprünglichen Konstruktion
  4. Bündige oder noch besser ganz leicht versenkte Zündhütchen
  5. Harte Zündhütchen nach Militärspezifikation

Am Beispiel vom M1 Garand empfehlen wir die Verwendung von moderner Munition, die dafür ausgelegt ist. Hornady führt eine spezielle Vintage-Match-Linie dazu.